Stromausfall am 28. Juli 2026

Mittwoch, 29. Juli 2026

Zahlreichen Menschen unserer Gemeinde dürfte es ähnlich gegangen sein wie mir, als sich am Dienstag, 28. Juli 2026 gegen 17.00 Uhr Bildschirm und Rechner im Rathaus unvermittelt verabschiedet haben:

Stromausfall!

Klasse – vermutlich ist bei Bauarbeiten irgendwo ein Kabel abgerissen worden, dass jetzt von der Bereitschaft der Stadtwerke Waldshut-Tiengen im Augenblick geortet und anschließend wieder zügig instandgesetzt werden muss.

Nach Rücksprache mit den Stadtwerken war jedoch relativ schnell klar, dass vom Stromausfall im Grunde die gesamten Gemeindeflächen von Lauchringen und Wutöschingen betroffen waren – und wie sich erst später herausstellte, war die Ursache ein Brand in einer Schaltanlage einer Trafostation auf Gemarkung Lauchringen, welcher wiederum durch einen umgestürzten Baum auf eine Oberleitung ausgelöst wurde.

Neben der eigentlichen Stromproblematik, einhergehend mit dem damit verknüpften Ausfall unserer Telefonanlage, sowie den lokalen Internetzugängen, stieg nach kurzer Zeit auch das von uns genutzte Mobilfunknetz aus, was darin begründet lag, dass die Mobilfunkmasten lediglich über eine zeitlich begrenzte Notstromversorgung durch Batterien verfügen. Wir unserseits hatten damit leider kaum mehr ein praktikables Mittel, um Informationen zur Dauer des Stromausfalls zu bekommen bzw. diese Infos zeitnah an die betroffene Bevölkerung weiterzugeben. Ungeachtet dessen zeigte sich aber auch, dass es angesichts des massiven Schadensbildes von Seiten der Stadtwerke-Technik gar nicht möglich war, einen verlässlichen Zeitpunkt, an welchem die Stromversorgung wieder gewährleistet werden kann, zu nennen.

Auch wenn die Kommunikationswege nur sehr erschwert waren (oder gerade deshalb), haben wir unser Rathaus wie auch das Feuerwehrgerätehaus Wutöschingen durch unsere Feuerwehrmitglieder personell besetzt – letzteres insbesondere auch um die Erreichbarkeit der Integrierten Leitstelle Waldshut sicherzustellen und im Notfall Notrufe weiterleiten zu können, zumal das Digitalfunknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben für solche Ausfallsituationen entsprechend abgesichert ist.

Tatsächlich haben die Mitglieder unserer Feuerwehr ab etwa 21.00 Uhr auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims wie auch des betreuten Seniorenwohnens bei der Ausleuchtung der Zugänge, Fluren und öffentlichen Bereich unterstützt.

Während dessen hat die Techniker-Bereitschaft der Stadtwerke mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stromversorgung schrittweise wiederherzustellen. Der für die Mobilfunkversorgung wichtige Sendemast in Schwerzen wurde ebenfalls priorisiert und nahm um etwa 22.30 Uhr seinen Betrieb wieder auf; weiter konnte auch unsere Kläranlage wieder mit Strom versorgt werden.

Sukzessive gelang es, für immer mehr Bereiche unserer Ortsteile die Stromversorgung wieder aufzunehmen - zuletzt gegen 23.50 Uhr auch die Wohnhäuser in der Degernauer Straße. Auf Gemarkung Lauchringen dauerten die Arbeiten an der Stromversorgung tatsächlich noch bis etwa 4.00 Uhr am nächsten Morgen an.

Das Funktionieren der Stromversorgung ist für uns alle zur Selbstverständlichkeit geworden – und das darf es im Grunde auch. Gleichwohl sind wir aber halt auch nicht vor Szenarien gefeilt, die uns wie am Dienstag deutlich machen, dass diese Selbstverständlichkeit durchaus auch ihre Grenzen hat.

Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Helferinnen und Helfern, die sich im Rahmen des Stromausfalls gewinnbringend eingebracht haben: Stadtwerke Waldshut-Tiengen, Mitglieder unserer Feuerwehr, Ortsbaumeister, Wassermeister, Klärwärter und viele weitere.

Es ist schön zu wissen, dass man in Fällen wie diesen auf Euch zählen kann!

Rainer Stoll